„Volksmusik mit Gwoit“ für einen guten Zweck

Freitag, 14 Juli 2017
„Volksmusik mit Gwoit“ für einen guten Zweck

Beim Benefizkonzert, das in der ausverkauften Riedhauser Westtorhalle stattfand, ging es hoch her: Die Ammertaler Band Gamskampler  präsentierte ihr neues Album „Zwårch“ und beschenkte das bunt gemischte Publikum zu diesem Anlass reichlich: Neben Aufklebern,  Müsliriegeln und einer Wollmütze flog sogar ein Fußball, der begeistert angenommen wurde, in die Menge. Beste Stimmung – und das für einen guten Zweck. Der Erlös des Abends, den das Garmisch-Partenkirchner/Murnauer Tagblatt und die Mehrwert.Die Bürgerstiftung  organisiert hatten, fließt in soziale Projekte. Knapp 1900 Euro – neben den Eintrittsgeldern spendeten auch viele Zuhörer – waren zusammengekommen. Und das ist den Bands zu verdanken, die auf ihre Gage verzichtet hatten, aber auch dem Team der Westtorhalle um Ersten Vorsitzenden Claus Auwärter.

„Volksmusik mit Gwoit“ nennen die drei Musiker Stefan Gut, Leo Bierling und Manuel Herz alias Hans im Glück, Hans vom Bier und Hans mit Dampf aus der fiktiven Gemeinde Schnackslreith ihren eigenwilligen Stil. Damit konnten sie sich 2015 als tz-Newcomer qualifizieren. Der überregionale Durchbruch gelang ein Jahr später, als das Trio den Heimatsound-Wettbewerb mit dem Hit „Schofscheraschorschl“ gewann und das Festival daraufhin eröffnen durfte. Seitdem ist einiges an Songmaterial dazugekommen: Im Westtor besangen die Gamskampler eine Bierallergie und genehmigten sich „Fuchzehn Hoibe in da Heandl-Hittn“, um nachher kerzengrod naus zu geh’n und „owe mim Schlitten“ zu rauschen. Zudem gaben sie eine musikalische Ode an Dosenravioli zum Besten und bezeichneten Klänge von Beethoven
und Bach als „Krach“. In dem Lied „Es geht ohne aa“ wird der Verzicht auf unnötige Dinge besungen – wie „Filzläuse und Syphilis“
(Hans mit Dampf).

Ebenso unkonventionell wie die Musik war auch das Publikum: Ein Mann in der ersten Reihe trug einen Bademantel und stampfte mit seinen
klobigen Skistiefeln im Takt. Um ihn herum wuselten seine Spezl – offenbar ein Junggesellen-Abschied. Unter die Zuschauer hatte sich auch
Landrat Anton Speer (Freie Wähler), der zudem Schirmherr der Bürgerstiftung ist, gemischt, der von den Gamskamplern mit einer Kassemmel beschenkt wurde.

Mehr Musik aus dem Ammertal lieferte die Vorband Escalators mit Tobias Mentler (Gesang, Gitarre), Katarina Kröniger (Gesang, Keyboard),
Konstantin Kröniger (Schlagzeug) und Sepp Thiermeyer (Gitarre, Gesang). Die ursprünglich fünfköpfige Gruppe musste ohne Bassist
Michael Fippl auskommen und lieferte trotzdem eine tadellose Show ab. Einflüsse wie Surfpop und Skatepunk beherrschen das eigens definierte Genre namens „Skiers-Rock“ – denn was die fünf neben der Musik eint, ist die Liebe zum Skifahren. Gegründet haben sich Escalators 2009. Ihre melodischen Songs gehen ins Ohr und erzählen Geschichten aus dem Leben.

„Es ist toll, wenn Bands aus der Region solchen Anklang finden und sich für einen guten Zweck zusammentun“, meinte Zuschauerin Pia
Weidner. Die Einnahmen der Veranstaltung kommen in vollem Umfang der Bürgerstiftung zugute. Seit elf Jahren engagiert sich diese im Landkreis Garmisch-Partenkirchen und hat in dieser Zeit über 800 000 Euro für wohltätige Projekte in der Region ausgeschüttet, wie der Vorsitzende des Stiftungsrates, Georg Fink, betonte. „Ich freue mich, dass so viele Gäste erschienen sind. Das ist ein toller Abend für einen guten Zweck.“
Constanze Wilz